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Menschen & Energie
Das Energie-Haus von Bettingen: Wie ein Basler sein Zuhause neu erfindet
Heinz Geiger wohnt seit dem Jahr 2000 in Bettingen bei Basel – und hat sein Einfamilienhaus in nur einem Jahr vom fossilen Energieverbraucher in einen modernen Energie-Hub verwandelt. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage und ein nachträglich eingebauter Batteriespeicher arbeiten heute unter der Regie eines Energiemanagementsystems Hand in Hand. Gefördert und begleitet von IWB und deren Solarexperten Planeco, trägt das Projekt nicht nur zur Energiewende bei, sondern rechnet sich.
Ein Abend verändert alles
Es ist Frühjahr 2023, als Heinz Geiger den Gemeindesaal in Bettingen betritt. Draussen leuchtet der 250 Meter hohe Fernsehturm auf dem St. Chrischona in den Abendhimmel – das Wahrzeichen seiner kleinen Gemeinde nördlich des Rheins. Drinnen lädt IWB zu einem Informationsabend über erneuerbare Heizsysteme. Was Geiger an jenem Abend hört, lässt ihn nicht mehr los.
«In den folgenden Monaten machte ich mir einige Gedanken zur Energieversorgung meines Hauses», erinnert er sich. Sein Haus, das er und seine Frau seit Januar 2000 bewohnen, heizt zu diesem Zeitpunkt noch mit Gas. Doch nach einer persönlichen Beratung durch IWB ist der Entscheid gefallen: Die Gasheizung muss weg. Im Dezember 2024 installiert er eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Im selben Atemzug kauft er sich ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug – zwei neue Stromverbraucher, die nach einer eigenen Antwort auf die Frage verlangen: Woher kommt der Strom?
Die Sonne übernimmt das Kommando
Für Geiger ist die Antwort klar: Er will die Energie möglichst selbst erzeugen. Im März 2025 beauftragt er Planeco, die Solarexperten von IWB, mit der Planung und dem Einbau einer Photovoltaikanlage. 28 Module werden auf seinem Dach installiert, sie leisten gemeinsam 12,3 kW und produzieren im Jahr 2025 rund 11 900 kWh Solarstrom.
Eine bemerkenswerte Zahl – denn der gesamte Strombedarf des Hauses inklusive Wärmepumpe und Elektroauto-Laden liegt im selben Zeitraum bei rund 11 600 kWh. Auf dem Papier deckt die Solaranlage also mehr als den gesamten Jahresbedarf. Doch die Realität ist komplexer: Sonne scheint tagsüber, der Strombedarf spitzt sich morgens und abends zu. Überschüsse fliessen ins Netz, während in der Dunkelheit Netzstrom zugekauft werden muss. Die Lösung für dieses Timing-Problem? Ein Batteriespeicher.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Bei der Planung der Photovoltaikanlage war der Batteriespeicher bereits Thema. Geiger versteht den Nutzen – doch die Investitionen häufen sich: Wärmepumpe, Solaranlage, neues Auto. «Aus finanziellen Gründen war es mir zu viel», sagt er offen. Er vertagt die Entscheidung.
Dann, im Herbst 2025, meldet sich Planeco erneut. Die Batteriepreise sind in wenigen Monaten deutlich gefallen.
Im Vergleich zum Vorjahr kostete der Stromspeicher jetzt ein Drittel weniger, sodass die Kosten von knapp 7000 Franken für mich nun zu stemmen waren.
Weil der bereits verbaute Wechselrichter von Anfang an für die Speicher-Kompatibilität ausgelegt wurde, ist die nachträgliche Integration denkbar einfach: Planeco baut den Speicher im Keller ein, die Inbetriebnahme dauert gerade einmal einen halben Tag. Als Bonus wird eine Notstromsteckdose installiert – im Falle eines Stromausfalls kann Geiger sowohl frisch erzeugten Solarstrom als auch die gepufferte Energie im Speicher nutzen.
Unsere Lösungen
Präzise geplant, maximal wirtschaftlich
Dass der Speicher nachträglich eingebaut wurde, entpuppt sich als doppelter Vorteil. Dank des Smart Meters – dem digitalen Stromzähler im Haus – verfügen die Fachleute von Planeco zu diesem Zeitpunkt bereits über reale Verbrauchsdaten. Sie können exakt analysieren, wann die Anlage wie viel Überschuss produziert, und dimensionieren den Speicher präzise auf maximale Wirtschaftlichkeit: Der Schlüssel dazu liegt in möglichst vielen Ladezyklen, also einem kontinuierlichen Wechsel aus Beladen und Entladen.
Der modulare Aufbau lässt eine spätere Erweiterung technisch problemlos zu. Ob sie wirtschaftlich sinnvoll wird, hängt von zwei Variablen ab: den weiter fallenden Batteriepreisen und den steigenden Netzstromkosten. Geiger beobachtet den Markt – und bleibt flexibel.
Ein Zuhause, das mitdenkt
Das Ergebnis ist ein Haus, das sich selbst organisiert. Ein Energiemanagementsystem koordiniert alle Stromflüsse vollautomatisch nach einer fixen Priorisierung: Zuerst versorgt der Solarstrom den laufenden Haushalt – Beleuchtung, Kühlschrank, Waschmaschine. Überschüsse laden den Batteriespeicher. Danach folgen das Laden des Plug-in-Hybrids, der Betrieb der Wärmepumpe und schliesslich das direkte Erwärmen des Warmwasserboilers über einen Elektro-Heizstab. Erst wenn alle diese Prioritäten erfüllt sind, fliesst überschüssiger Strom ins öffentliche Netz – und dafür erhält Geiger dank eines langfristigen Vertrags mit IWB 14 Rappen pro kWh. Das liegt deutlich über dem gesetzlichen Mindestvergütungstarif.
Eine Investition, die sich rechnet – und sich gut anfühlt
Die Gesamtinvestition in Wärmepumpe, Solaranlage und Batteriespeicher beläuft sich auf rund 85 000 Franken. Klingt nach einer grossen Summe – ist es auch. Aber das Bild ändert sich, sobald man alle Bausteine zusammenzählt: Planeco beantragte im Auftrag von Geiger Fördergelder beim Kanton und bei Pronovo, die sich auf insgesamt 16 000 Franken belaufen. Hinzu kommen steuerliche Abzüge, die fast 18 000 Franken an Steuerersparnissen ergeben. Die effektiven Nettokosten: etwas mehr als 50 000 Franken.
Fördergelder
16 000
CHF
Steuereinsparungen
18 000
CHF
«Keine Lappalie, das ist so», sagt Geiger unumwunden. Doch er sieht das grosse Bild: Der Immobilienwert ist gestiegen, und das Haus ist technisch gerüstet für die nächsten zwei Jahrzehnte. Vor allem aber zählen für ihn nicht nur die Zahlen, sondern auch ökologische Aspekte. Ihm ist es wichtig, einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten zu können. «Das fühlt sich gut an», sagt Geiger. «Ich bin froh, dass ich das Projekt umgesetzt habe.»
Das fühlt sich gut an. Ich bin froh, dass ich das Projekt umgesetzt habe.
Bettingen bleibt, was es war: eine ruhige Gemeinde am Hausberg Basels, bekannt für ihren markanten Fernsehturm. Aber in einem Haus im Dorfzentrum hat sich etwas Grundlegendes verändert. Es produziert, speichert und verwaltet seine eigene Energie – leise, effizient und zukunftsbereit. Ein kleines Haus, das zeigt, wie die Energiewende ganz konkret aussieht: nicht als abstraktes Ziel, sondern als gelebter Alltag.
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